GEGRÜNDET 1972
KULTURPROGRAMM & MEHR

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Als wäre es leicht

Filmpremieren finden meist auf Festivals oder in Metropolen statt. Ende März findet in Münsters Cinema zumindest die NRW-Premiere eines besonderen Films statt. „Als wäre es leicht“ spielt zwar in Hamburg, hat aber starke Münster-Bezüge. Regisseur Milan Skrobanek stammt aus Westfalem und drehte bereits den launigen Dokumentarfilm „Im Derby-Dreieck“ über Preußen Münster und die Rivalität mit Arminia Bielefeld und dem VfL Osnabrück. Hauptdarsteller David Knors lebt in Münster und absolvierte hier sein Psychologie-Studium. Im Film geht es um die gehörlose Kati und den sehbehinderten Florian, die sich ineinander verlieben. Doch ihre unterschiedlichen Lebenswelten und die Erwartungen von Familien und Umfeld stellen ihre Beziehung immer wieder auf die Probe. „Als wäre es leicht“ ist eine erfrischende, unterhaltsame und berührende Liebesgeschichte. Zur Premiere am 29.3. werden Regisseur Skobanek und Hauptdarsteller Knors anwesend sein.

ab Do. 2.4. – Cinema Programmkino

Die Schwäne

Mit „Schwanensee“ schuf Tschaikowsky 1877 ein Meisterwerk des klassischen Balletts, das weltberühmt wurde. Lillian Stillwell, Tanzdirektorin und Chefchoreographin am Theater Münster, liefert nun mit Die Schwäne eine zeitgenössische Neuinterpretation. So verbindet sie die ikonische Geschichte der in einen Schwan verwandelten Odette mit der Hauptfigur aus Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“. Bachmanns Text reflektiert zerbrochene Beziehungen, Enttäuschungen, Verrat und männliche Mechanismen, die sich in dieser Interpretation mit Tschaikowskys Schwanen-Prinzessin zu einer neuen Figur verweben. Musikalisch hält sich „Die Schwäne“ an Tschaikowskys ursprüngliche Fassung, das Tanz-Ensemble ist allerdings recht divers aufgestellt.

29.3., 1.4., 29.4. - Theater Münster

Culthe Fest

Es begann mal als Party im Keller und mauserte sich in gut zehn Jahren zu einem zweitägigen Black-Metal-Festival. Für die diesjährige Auflage haben die Veranstalter ein beeindruckendes Programm auf die Beine gestellt: 20 nationale und internationale Bands spielen auf drei Bühnen an zwei Tagen auf dem Festivalgelände, verbunden durch einen schönen Außenhof. Das sorgfältig zusammengestellte Line-up umfasst Pioniere des zeitgenössischen Black/Death/Doom und Post-Metal bis hin zu Rockbands mit Punk- und Crust-Einflüssen sowie Folk-, Ambient- und Experimental-Künstlerinnen und -Künstlern. Unter anderem spielen Ultha, Yellow Eyes, Sun Worship, Underdark, Iskandr (Foto) und Silver Knifer. Eine Dark Arts & Crafts-Ausstellung mit zehn Künstlern und Kunsthandwerkern rundet die Veranstaltung ab.

Sa. 4. & So. 5.4. - Hawerkamp, 13.00 Uhr

Nein zum Geld

Wie reagiert man, wenn im engsten Familien- oder Freundeskreis jemand eine Millionensumme im Lotto gewinnt - und diese nicht annehmen will? In solch eine Situation werden wir alle wahrscheinlich nie kommen, aber die grundlegende Frage bleibt: Macht so viel Geld glücklich? Und überhaupt: Was ist mir wichtig? Was sind meine persönlichen Werte und Lebensprinzipien? In Nein zum Geld von Regisseurin Andrea Krauledat ist die Absage an die Lottogesellschaft durch den Gewinner (einen Architekten, von Haus aus also wahrscheinlich nicht arm) noch nicht erfolgt, die Diskussion darüber beim gemeinsamen Abendessen mit Familie und Freunden verspricht also überaus hitzig zu werden und die Beziehungen der Personen untereinander werden auf eine harte Probe gestellt...

Fr. 3., Sa. 4., So. 5.4. - Borchert Theater

Bunbury - Ernst sein ist alles

Die Komödie Bunbury hielt der irische Schriftsteller und Dandy Oscar Wilde für sein Meisterwerk in Bezug auf Witz und Leichtigkeit. Von Wildes Lebensstil inspiriert, setzt Regisseur Sebastian Schug die berühmte Komödie mit viel Glamour, Exzentrik und Camp-Ästhetik in Szene. Worum es geht? Zwei befreundete Gentlemen, Jack und Algernon, führen ein Doppelleben, in dem sie sich als fiktive Personen ausgeben, um Verpflichtungen zu entgehen und ihre Sehnsucht nach Freiheit abseits von Normen und bürgerlichen Zwängen auszuleben. Ein amüsantes Verwirrspiel mit einem Feuerwerk von Pointen und scharfem Wortwitz!

So. 12.4. - Theater Münster, 19.30 Uhr

Mathias Tretter

Er beschäftigt sich konsequent mit den relevanten Themen unserer immer undurchschaubarer werdenden Welt - als scharfsinniger, politisch-philosophischer Sprachanalytiker weiß Kabarettist Mathias Tretter dabei stets mit einem gewissen intellektuellem Anspruch zu unterhalten. „Ich war immer neidisch auf Komiker in Diktaturen. Wenn jeder Witz dein letzter sein kann, fühlst du dich gebraucht“, sagt Tretter. Sein aktuelles Programm trägt den Titel Souverän. „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet“, schrieb der von Göring protegierte Jurist Carl Schmitt 1928. Der Demokratie mag die Herrschaft allmählich abhandenkommen, deshalb muss man noch lange nicht die Selbstbeherrschung verlieren. Es sei denn, man nässt sich ein vor Lachen, aber ist das nicht das Souveränste überhaupt? Sein neuestes Stück sei sein komischstes: „Sie werden feixen, prusten, schnappatmen und am Ende unverwundbar heimgehen.“ Mit anderen Worten: Souverän.

Fr. 17.4. - Kreativ-Haus, 20.00 Uhr

Eläkeläiset

Puh, da wird das Gleis zum Tollhaus! Die finnische Stimmungskapelle Eläkeläiset lädt zum 30-jährigen Tour-Jubiläum mit Schlagzeug, Gitarre, Bass und natürlich dem unverzichtbaren Akkordeon: Humppa-Humppa-Freakout! Was das bedeutet? Kauzig karnevaleske Chaos-Coverversionen aus Rock und Pop im finnischen Polka-Haudrauf-Stil, bei dem nur die unverkennbare Melodie des ansonsten respektlos verwursteten Originals beibehalten wird. Und das alles rasant runtergekloppt im Hüpf-Highspeed, aber auch mal milden Midtempo zum Polonaise- oder Schiebertanzen. Humppakalmisto, wie der Fachmann sagt. Obacht: Nix für Eckensteher und Hüftsteife!

Sa. 18.4. - Gleis 22, 20.00 Uhr

Tanz der Vampire-Festival

Der Ball der Untoten wird 30 Jahre! Um das gebührend zu feiern, gibt es ein kleines, feines Festival mit vier Acts zwischen Gothrock und Darkwave, gefolgt von der Jubiläumsparty auf zwei Floors. Live on Stage sind Darkways (Barcelona), das Dark-Synth-Duo Huir (Foto - Barcelona), Cult Noir aus Berlin und das Münster-Trio Burn stellt sein fünftes Studioalbum „Falling in Reverse“ vor. Wem das nicht reicht, kann direkt im Anschluss an das Festival ab 23.30 Uhr auf der Tanz der Vampire-Party weitermachen, bis die Sonne aufgeht. Auch dort wird reichlich Gothic/Wave, Industrial, EBM, Post-Punk und was das schwarze Herz sonst noch so erfreut geboten.

Sa. 18.4. - Sputnikhalle, 19.00 Uhr

Tom Lüneburger

Seit 30 Jahren steht der Mann auf der Bühne, hat winzige Clubs und riesige Hallen bespielt, ist hoch geflogen und auch mal ganz unten gelandet. Tom Lüneburger wurde als Sänger der Rockband Myballoon bekannt, mittlerweile ist er als Singer-Songwriter solo tätig. Um in all den Jahren in der Spur zu bleiben, braucht es einen starken Willen, Talent und die auf seinem neuen Album viel besungenen „Crash Barriers“ (Leitplanken). Seit fast zwei Jahren ist Tom nun auf Reisen und wird, mit jeder Menge außergewöhnlicher Songs und Geschichten im Gepäck, hautnah und direkt zu erleben sein, wenn er in die Saiten greift und seine unverwechselbare Stimme erklingen lässt.

Di. 21.4. - Hot Jazz Club, 20.00 Uhr

Eydís Evensen

Die vom Pianeo-Festival für Neoklassik organisierte Konzert-Reihe Nest möchte im Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur einen Raum für besonders intime Konzerte entstehen lassen. Ein reduziertes Set-up ermöglicht ein fragiles Live-Erlebnis. In der Mitte des Raumes steht, umgeben von wenigen warmen Lichtquellen, nur ein Flügel. Das Publikum macht es sich darum herum gemütlich. Eydís Evensen zählt zu Islands bemerkenswertesten musikalischen Exporten. Die Komponistin und Pianistin zieht uns mit tiefgründigen Klanglandschaften in ihren Bann. Klassisch ausgebildet, von Instinkt und Gefühl geleitet, schafft sie Musik jenseits aller Genregrenzen: fließend zwischen moderner Klassik, Ambient-Minimalismus, filmischer Komposition und stiller Introspektion. Evensen schreibt aus Erfahrung, aus Erinnerungen, aus Schmerz und Freude gleichermaßen, ohne diese Gefühle zu beschönigen oder zu verschleiern. Jedes Stück erzählt eine Geschichte, jede Aufführung ist eine neue Interpretation...

Di. 21.4. - Auditorium LWL-Museum, 20.15 Uhr

Lùisa

Im Frühjahr 2026 erscheint das vierte Album der Hamburger Künstlerin: „Call Me The Witch“ ist ein feministisches Manifest, das seine Kraft daraus bezieht, dass Lùisa ihre „Female Rage“ als Superpower entdeckt - und in kreative Energie und spielerische Leichtigkeit verwandelt. Ein popmusikalisches Fest für alle Sinne! Aus Einflüssen von Kate Bush, Cocteau Twins oder Fleetwood Mac formt sie etwas ganz Eigenes, das zwar im Hier und Jetzt spielt, und dennoch zeitlos ist. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem „Female Producer Prize“ ausgezeichnet und hat bereits Alanis Morissette oder Simply Red unterstützt. Nun bringt Lùisa die neuen Songs live und in voller Bandbesetzung auf die Bühne.

Di. 21.4. - Pension Schmidt, 20.00 Uhr

Blick aus dem neuen Ultimo-Büro: Hätte schlimmer kommen können...

NEUES ULTIMO-BÜRO AM AASEE
Tschüss Apotheke, hallo Praxis!

Im letzten Sommer noch frischgebackene Muffikaner - seit März jetzt Münster downtown: Die Ultimo-Redaktion ist schon wieder umgezogen! Aus der alten, verwinkelten Apotheke im Schatten der Herz-Jesu-Kirche (hat uns gut gefallen, der Kiez!) in eine ehemalige Zahnarztpraxis an der Aegidiistraße 32, Ecke Schützenstraße. Genau gegenüber vom Gasolin, vom Kanello an den Aasee! Da haben wir zwar kein großes Schaufenster zum Rumposen mehr, dafür aber auch keinen befristeten Mietvertrag, der nur von  Jahr zu Jahr verlängert werden kann. Nur dieses verdammte Kistenschleppen, ächz, allein unser Archiv mit den gesammelten Ultimos seit 1972 (in Worten: Neunzehnhundertzweiundsiebzig), was für ein Geschleppe! Ansonsten: Super hier, und der Aasee zum Chillen gleich um die Ecke. Hey Chef, ist das Pinkus im Bürokühlschrank schon kalt? :)

Gaaaanz hinten im Bild: Der Aasee!
Uff, unser Archiv. War das eine Schlepperei, schwitz!!!
Hatte ich schon erwähnt, dass ein Ultimo-Mitarbeiter aus Schottland stammt?
Kater Sylvester aus dem Schaufenster des alten Ultimo-Büros hat's auch ins neue Büro geschafft...
Das Büro unserer Terminredakteurin: Schön aufgeräumt... noch!

Etwa 50 Millionen Amerikaner sind deutscher Abstammung, das sind rund 15% der US-Bevölkerung. Mehr als 30 Städte und Gemeinden heißen „Germantown“. In der Mitte des vorvorigen Jahrhunderts entvölkerte die Auswanderungswelle hierzulande ganze Landstriche. Auch viele Westfalen machten sich auf den Weg in die „Neue Welt“ ihrer Träume, darunter auch „Forty-Eighters“.

Dr. Philipp Erdmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Münsteraner Stadtarchivs in der Speicherstadt. Dort hielt er einen Vortrag über Verschwörungsnarrative und ging dabei auf speziell münstersche Beispiele ein.
Durch einen geheimen Zugang der Erd-Hohlwelt schauten wir zu...

Er weiß alles übers Saufen: Der Münsteraner Archäologe Dr. Helge Nieswandt blickt in seinem an der Uni überaus beliebten wissenschaftlichen Vortrag Alkohol in der Antike auf die Trinkkultur antiker Völker von den alten Ägyptern bis zu den Kelten.

Ruhe in Frieden,
Klaus Otto Nagorsnik!

Wenn er bei einem Kneipenquiz in Münster aufkreuzte, konnte man eigentlich gleich nach Hause gehen, denn dieses lebende Wikipedia wusste einfach alles. Überraschend verstarb jetzt der NRW-Quizmeister, Deutscher Quizmeister im Doppel, Europameister in Stadt-Land-Fluss und ARD-Quizjäger.

Mehr als einmal berichtete Ultimo über ihn – zuerst Anfang der 00er-Jahre, als in Münster eine (bis heute) große Pubquiz-Szene entstand, in der er mit seinem Rateteam Die Ketzer (fast) immer auf Platz Eins stand. Das komplette Interview könnt ihr unten nachlesen.

Auch sein kniffliges Münster-Quizbuch „Rätselvolles Münster“ lobten wir in den Himmel. Jetzt kann er dort die Engel mit Quizfragen löchern...

Klaus Otto aka K.O. aka Nolanus war auch bekennender Ultimo-Stammleser, sprach uns immer wieder mal auf Pubquizzen an, um Kommentare zum letzten Heft zu geben. Er schickte uns gelegentlich Briefe mit kopierten Seiten aus Büchern, in denen er Münsterstory-taugliche Fundstücke weiterleitete („Wäre das nicht mal ein Thema für Ultimo...?“). Und nicht zu vergessen seine launigen Lesermails. Zum Beispiel diese hier:

„Liebe ULTIMOs,

beim Lesen eures Biergarten-Specials ,Böcke, Biere, Gärten’ im letzten Ultimo konnte ich mir eine kleine Klugscheißerei nicht verkneifen:

Wenn ihr zwecks Recherche euren Nachwuchsreporter durch die Biergärten schickt, ihn dort das eine oder andere Bierchen verdrücken lasst und wenn er dann ‚heidnische Rausch-Riten’ beim vermeintlich ‚dem potenten Ziegenmann geweiht(en)’ Bockbier halluziniert - habt ihr dann den Bock mittels Bier zum (Bier-)Gärtner gemacht?

Die Sache ist doch so:

Einbeck ist ein nettes Städtchen im Niedersächsischen, das im Mittelalter für sein besonders süffiges und starkes Bier berühmt war. Das Bier wurde bis nach Italien exportiert, ein Teil blieb aber auf dem Weg gen Süden im Bayrischen ‚hängen’. Dort nannte man dieses Bier in der Mundart der Eingeborenen nicht ‚einbeckisches’ Bier, sondern ‚einpöckisches’ Bier. Und weil sich dort mit der Zeit niemand erinnern mochte, woher dieses Bier kam und warum es so hieß, klebte man kurzum ziegenbocksgeschmückte Zettel auf die Flaschen und Krüge und gab das Gebräu als ur-bajuwarische Erfindung aus.

Das kann euer Reporter ja mal in einem unverkaterten Augenblick bei Wikipedia nachlesen. ;-)

So, das musste mal raus, ,wenn's der Wahrheitsfindung dient’ (Fritz T.) ...

Salut und Slainte, Klaus Otto Nagorsnik (aka Nolanus)“

Uffz, Maamme!

Heute: Klaus Otto Nagorsnik, der allwissende „Ketzer“

(Interview aus Ultimo 26/2005)

Ultimo: In welchem Land lebte Wilhelm der II. ab 1918 im Exil?

Klaus Otto: Holland. Genauer in Doorn, bei Utrecht. Da hat er dann in seiner Freizeit hauptsächlich Holz gehackt…

Exakt. Für diese Antwort hättest du bei Jauchs TV-Quiz schon ein paar tausend Euro kassiert.

Ja, aber Jauch gucke ich nicht. Ich mache in meiner Freizeit lieber mit meinem Team Die Ketzer bei münsterschen Kneipenquiz-Veranstaltungen mit.

Wie bereitest du dich darauf vor? Da ist doch auch Wissen aus abseitigen Spezialgebieten gefragt? Bist du so einer, der alle Trivial-Pursuit-Fragen auswendig kennt?

Nein, meine Familie hatte irgendwann keine Lust mehr, mit mir Trivial Pursuit zu spielen… Ich bin Bibliothekar. Da kommen einem bei der Arbeit allerhand exotische Fakten vor, zum Beispiel: Wann ist in der deutschen Literatur der erste Mann in Ohnmacht gefallen?

Äh, also …

Im „Tristan“ aus dem 13. Jahrhundert.

Nun ja, aber beim Kneipenquiz sind die Fragen doch wohl etwas einfacher, oder?

Nicht immer. Gestern Abend wurde etwa gefragt: Was ist die „Maamme“?

Die... was?

Die finnische Nationalhymne. Hab’ ich aber auch nicht gewusst.

Ansonsten wisst ihr aber ganz schön viel, denn ihr gewinnt andauernd.

Wir haben ja auch zwei Damen im Team, die uns optimal unterstützen. An die Spitze zu kommen, ist außerdem die eine Sache. Aber an der Spitze zu bleiben, eine andere. Denn unser Erfolg weckt natürlich auch den Ehrgeiz der anderen Teams.

Denkt ihr schon an überregionale Meisterschaften?

Ich weiß nicht, ob es die überhaupt gibt. In England, wo der Kneipenquiz herkommt, ist das ein richtiger Volkssport. Da soll es Leute geben, die sogar davon leben. Bei uns ist das noch nicht so weit verbreitet. Münster ist da eine Ausnahme, hier gibt es gleich in mehreren Kneipen einen Quizabend: Kling-Klang, Einspruch, Buddenturm. Überregional haben wir sogar schon einen Pokal gewonnen, weil wir alle Fragen des Sommerrätsels der Süddeutschen gelöst haben. Das schaffen landesweit nur etwa zwei- bis dreihundert Leute. Sowas trainiert natürlich sehr gut für den Kneipeneinsatz…

Mal ehrlich: googelt da keiner heimlich unterm Tisch?

Neiiiin! Das ist streng verboten. Außerdem gibt es natürlich eine Kneipenquiz-Ehre! Also einfach auf der Toilette mit dem Laptop oder Handy… das macht bestimmt keiner! Es soll ja auch Spaß machen.

Warum heißt euer Team ,,Die Ketzer“?

Na, passt doch zum katholischen Münster, oder nicht?

Wiedertäufermäßig auf jeden Fall…

Neinnein! Wiedertäufer ist ein Begriff der Kirche, die Mitglieder der Endzeitsekte selbst nannten sich „Täufer“. Also Wiedertäufer wäre als Selbstbezeichnung nicht korrekt… aber gut. Übrigens: ihr seid mit eurem Pubquiz-Rateduo Team Ultimo ja auch gar nicht sooo schlecht, immerhin beim letzten Mal gutes Mittelfeld. Gratuliere!

Interview: Carsten Krystofiak

Zu den Verschwörern gegen Hitler gehörte auch der Münsteraner Paulus van Husen. Wie sich der Wehrmachtsjurist nach und nach radikalisierte und der Hinrichtungswelle nach dem gescheiterten Putsch entkam, erzählen rund tausend Seiten persönlicher Notizen, die sein Großneffe 20 Jahre nach seinem Tod fand. Die Story ist spannend wie ein Krimi...

200 Rezepte pro Jahr und keine Ende: Martin Kintrup schreibt seit 20 Jahren Kochbücher für große Verlagshäuser, inzwischen sind es über 50 Bücher von Kochen für Faule bis Spice Kitchen oder Küche der Levante.

Unser absurder Alltag, sorgsam notiert von Lo Blickensdorf

Mon Dieu, Herr Graf!

Er illustrierte und layoutete Münsters legendäres Stadtmagazin City in den 70ern und frühen 80ern, gestaltete Plattencover für krautige Münsterbands, hing ab mit Steffi Stephan, Roxie Heart und Götz Alsmann, gestaltete schräge Werbung für Jovel, Kling Klang, Kalkmarkt. Und erhob das Ringel-T-Shirt zum Fetisch.

Nach seinem Umzug nach Berlin wollte Lo nicht länger „arm, aber sexy” sein und wechselte mit einem dreisten Trick in die mondäne Welt der Lebemänner, Flaneure und Vernissagensnobs. Er adelte sich von eigenen Gnaden zum Grafen Lo von Blickensdorf, druckte für sein letztes Kleingeld hochwohlgeborene Visitenkarten - und kam tatsächlich damit durch. Und schrieb das erfolgreiche, süffisant satirische Buch Werden Sie doch einfach Graf! über seine Erlebnisse in der dubiosen Halbwelt tortenfressender Blaublütler und neureicher Schwadroneure. Schnorren mit Niveau...

Weniger fake, mehr hintersinnig und wortwitzig sind Los Cartoons. Schon zu City-Zeiten krakelte er das halbe Heft voll mit Mini-Cartoons und fiesem Blödsinn. Überall da, wo Platz war, neben Textspalten, in Layout-Lücken und dann seiner eigenen Satire-Kolumne Ulk. Heute füllt Lo das halbe Internet ab mit hunderten seiner kleinen lakonischen Cartoons, inspiriert von den Absurditäten und Peinlichkeiten unseres Alltags. Die besten Gags hat er jetzt in dem Büchlein Cartoons... zum Wegschmeißen! (Eulenspiegel Verlag 2023, 80 Seiten, 12 Euro) versammelt. Man kann ja auch nach Weihnachten Bücher verschenken...
-rl

Der Münsteraner Markus Gebauer fotografiert vom Tschernobyl-Rummelplatz bis zur verfluchten Villa in Portugal verwunschene Orte. Drei vollfarbige Fotobände Timeless sind bereits von Markus Gebauer erschienen, der auch als DJ MGness (Favela, Fusion, Docklands Festival, Monopark undundund) wohlbekannt ist.

Das mit Abstand abgefahrenste Thema des Science-Slam Münster hatte Historiker Sebastian Huncke auf Lager: Die Geschichte des Kokovorismus - oder wie Uropa die erste Hippie-WG erfand. Er untersuchte in seiner Examensarbeit die Kokosnuss-Religion des Aussteigers August Engelhardt von 1902 (!) - inkl. FKK und freier Liebe.

In die Fresse
Werkschau in XXL: Frank Hoppmanns böse Portraits

Immer bis an die Schmerzgrenze: Der Zeichner, Karikaturist und Illustrator Frank Hoppmann aus Münster ist geliebt und gefürchtet zugleich für seine boshaften, grotesk deformierten und doch das Innerste enthüllenden Portraits. Popstars, Politiker, Sportler, Philosophen, Insekten und selbst den Tod strichelt er morbide, verstörend, schwarzhumorig für Rolling Stone, Welt oder Eulenspiegel. Ein bigotter, schmierig-eitler Honk: Sein Donald-Trump-Portrait für die L.A. Times machte ihn international berühmt. Und wir wundern uns auch nicht, dass Hoppmann für seine Diplomarbeit 2002 das Thema Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter wählte - eine satirische Portraitserie über Volltrunkene.
Nun hat Frank Hoppmann seine besten Cartoons und Zeichnungen im fetten, großformatigen Prachtband Hoppmann (Göttinger Verlag der Kunst, 272 Seiten, 52 Euro) versammelt. Grandios!
-rl
Und über Ultimos Atelierbesuch beim Meister erfahrt ihr alles hier...

Das Haus Frauenstraße 24 hat eine besondere Geschichte. Erbaut wurde es 1905, und 1943 blieb es wie durch ein Wunder von den Bomben verschont. Doch seine spezielle Story begann 1973 - vor 50 Jahren. Damals wurde das Haus mit der schönen Jugendstilfassade durch Besetzung vor dem Abriss gerettet. Die ganze Geschichte erzählen wir hier...

Neben den klassischen Themenpodcasts gibt es mittlerweile unzählige politische Podcasts, Sportcasts und sogar Porncasts... Wer hat eigentlich die Zeit, sich das alles anzuhören? Natürlich mischen auch Hosts aus Münster kräftig mit. Wir stellen mal ein paar vor!

Mafia - bei dem Wort denkt man an die üblichen Klischees aus Hollywood. Daran, dass die Mafia längst bei uns heimisch ist, wird man nur durch Paukenschläge erinnert, wie die Verhaftung des vermutlichen 'Ndrangheta-Oberpaten Francesco A. in Münster. Die Ermittlungen führten zu über 123 Beschuldigten, 41 Verhaftungen sowie der Enttarnung des Mafia-Geheimrates „Crimine di Germania“ in Münster.

Terminhinweis, Kleinanzeige oder Leserbrief fürs nächste Ultimo? Bitteschön: