»ZUM TEUFEL MIT DER SEELE«

Satan und die Hühner

Eine kleine antireligiöse Farce

Wer an der Unsterblichkeit des Menschengeschlechtes herumforscht, muß sich nicht wundern, wenn der Teufel sich für diese Arbeit interessiert. Dr. Richard Shorkinghorn (David Wenham) hat seine letzten Lebensjahren vornehmlich im Laboratorium mit Testhühnern verbracht. Er steht kurz vor der Entwicklung eines Serums, daß den Alterungsprozess bei Huhn und Mensch stoppen könnte. Auf der verzweifelten Suche nach weiteren Forschungsgeldern bietet sich Grace Michael (Heather Mitchell), Vorsitzende der solventen "Michael Foundation" und Gattin des Schatzkanzlers, als Sponsorin an. Der verhuschte Jungwissenschaftler wird zu einem Kennenlerntreffen auf den Landsitz des betuchten Politikers eingeladen. Dort trifft er überraschenderweise seine ehemalige Geliebte und Ex-Kollegin Kate Haslet (Frances O'Connor - Kiss or Kill ), die hier ebenfalls mit zwei Hühnerkäfigen bewaffnet für ihr eigenes Unsterblichkeitsprojekt Gelder loseisen möchte. Kate und die Geldgeberin verstehen sich auf Anhieb großartig, während Richard zähflüssige Konversationen mit dem etwas debilen Hausherren Godfrey Usher (Geoffrey Rush) führen muß. Die Seltsamkeiten im Hause häufen sich, und als schließlich morgens im Bad eine blutverströmte Leiche aufgefunden wird, kommen die Gastgeber nicht umhin, sich als Satanisten zu outen - eine oftmals völlig mißverstandene Glaubensgemeinschaft. Für harmlose Hühnerforscher ist das natürlich eine schreckliche Erkenntnis, aber letztendlich siegt der Verstand und man handelt einen lukrativen Deal mit dem Teufel aus.
Der australische Regisseur Peter Duncan findet in seiner Low-Budget-Produktion Zum Teufel mit der Seele einen äußerst skurrilen Zugang zum klassischen Faust-Thema. Respektlos verwurstet Duncan Elemente aus Comedy-, Horror- und Gerichtsfilmen. In den besten Momenten erinnert Zum Teufel mit der Seele an Polanskis klassische Horrorfilm-Persiflage Tanz der Vampire . Das Drehbuch kümmert sich wenig um den geradlinigen Fortgang der Dinge. Entscheidende Wendungen im Handlungsverlauf werden eilig erzählt, um wieder in unterhaltsamen Nebensächlichkeiten und absurden Dialogen verweilen zu können ("Kannst Du Dir vorstellen, was es heute heißt als Frau und Satanistin zu leben? Es ist nicht einfach kann ich Dir sagen."). Das Schauspieler-Quartett, vor allem Geoffrey Rush ( Shine ), läuft in dieser Happening-Veranstaltung mit teuflischen Mächten zu Höchstform auf, und das abgedrehte Kammerspiel wird vor allem durch die köstlichen Verbalattacken gegen Gottesfurcht und Christenzauber zu einem schön schrägen Vergnüge n

Martin Schwickert